Probleme

Leider muss ich auch sagen, das ich während meiner Camphill Zeit einigen Frust geschoben habe. Dieser kam vor allem daraus, das ich mich mit vielen Dingen, die im Camphill Gang und Gebe sind nicht so recht anfreunden konnte. Die Aufgeführten Punkte hier sind sehr subjektiv, andere hatten damit keine Probleme oder haben es einfach hingenommen. Ich konnte mich darüber aber manchmal richtig aufregen.

Frust…

Camphill basiert auf zwei Dingen: den Lehren Rudolph Steiner und Karl König, dem Gründer des ersten Camphills. Die Grundeinstellung ist seitdem kaum verändert. Änderungswünsche werden teilweise mit „Wir haben mehr Erfahrung“ oder „Steiner hat gesagt…“ (Wobei einige meinten, dass das Steiner doch öfter eine andere Meinung dazu gehabt hätte.) einfach abgetan. Das führt meistens dazu, das man sich noch weniger mit der Situation anfreunden kann und dann noch mehr Frust schiebt. Während meiner Zeit gab es einige Bestrebungen daran was zu ändern, aber getan hat sich zu meiner Zeit nichts mehr.

Von den älteren Coworkern wird das nicht als Freiwilligendienst angesehen, sondern man hat sich für einen Zeitraum dem Camphill verpflichtet und das Camphill gewährt einem die Möglichkeit dort diese Erfahrung zu machen. Es wird erwartet, das man diese Zeit komplett für sein Haus da ist, time off (bis auf den Day Off) gibt es eigentlich nicht. Da jedes Jahr die junge Coworker fast komplett gehen und neue kommen wird an deren „Arbeitsbedingungen“ eher nichts geändert. Auf der anderen Seite kommen aber immer weniger junge Leute um dort zu arbeiten (Wer will in der heutigen Zeit schon 14 Stunden, 6 Tage die Woche freiwillig arbeiten?), so dass man im Haus noch mehr Arbeit hat. Ein Teufelskreis…

…und was daraus geworden ist

Andere mögen mit der generellen Einstellung gut zurecht kommen und damit nicht in Konfrontation mit den Leuten dort geraten. Ich konnte mich darüber leider des Öfteren einfach nur aufregen und es hat sich zum Ende hin einiges an Frust aufgebaut.

Wenn ich jetzt allerdings auf das Jahr zurückblicke (ein Jahr Abstand), dann waren es aber auch gerade diese Erfahrungen, die mir am meisten gebracht haben, bei denen ich am meisten über mich gelernt habe. Sich mit so einer Situation abzufinden und das Beste draus zu machen und das bis zum Ende durchzuziehen war es für mich wert.

Allerdings habe ich auch schon von einem Camp gehört, in dem das ganze wesentlich liberaler war und man mehr Freiheiten hatte.